Projektvorhaben: Kompetenzzertifikat Elternschaft
Identifizierung Elterlicher Kompetenzen und Zertifizierung für die Erwerbstätigkeit.
26.02.2025 Franziska Büschelberger
Das Projektvorhaben befindet sich derzeit in der Feedback-Phase. Interessierte Institutionen* mit thematischen Bezug können sich bei B.IST Analysen melden und Einsicht in das Strategiepapier erhalten, um sich am Input sowie an Kooperationen zu beteiligen.
* Verbände, Forschungseinrichtungen, staatliche Stellen, Stiftungen, Initiativen
Es gilt den WERT von Care Arbeit sichtbar zu machen!
Was wäre, wenn wir Elternkompetenzen für den Arbeitsmarkt zertifizieren könnten?
B.IST Analysen sagt: Das ist umsetzbar!
Wirtschaftliche Entwicklung basiert nicht nur auf materiellen Ressourcen und im formalen Bildungswesen aufgebauten Wissen, sondern auch auf Fähigkeiten, die am Lernort-Familie aufgebaut werden.
Geschlechtergerechtigkeit in der Familie und auf dem Arbeitsmarkt wären dann möglich und in Folge entwickeln sich familienfreundliche Arbeitsmodelle.
Viele beschriebene Führungsstile weisen Parallelen zu beschriebenen Erziehungsstilen auf. Sowohl in der Führung von Organisationen als auch in der Erziehung von Kindern spielt die Balance zwischen Autonomie, Kontrolle und Zusammenarbeit eine zentrale Rolle.
Warum bedarf es sichtbarer Kompetenzen aus Elternschaft?
2023 konnten in Deutschland 570.000 Arbeitsstellen nicht besetzt werden.
2024 gingen der deutschen Wirtschaft dadurch vermutlich 49 Milliarden Euro verloren.
Quelle: Institut der Deutschen Wirtschaft Köln e.V. am 11.05.2024
430.000 Betreuungsplätze fehlen in Kindertagesstätten und auch an Grundschulen stehen nicht ausreichend Hort-Plätze zur Verfügung
Quelle: Bertelsmann Stiftung am 28.11.2023)
Eltern, insbesondere Mütter, sind gezwungen ihre Erwerbstätigkeit erheblich einzuschränken oder ganz aufzugeben, um ihre Kinder zu betreuen und deren frühkindliche Entwicklung zu fördern. Die mehr als zehnjährige Bindung von Eltern an Kinderbetreuung, fördert den Mangel an Fachkräften zunehmend.
Frauen leisten 44,3% bis 62,5% mehr unbezahlte Arbeit als Männer.
Mütter stehen der Wirtschaft mind. zehn Jahre nicht als vollwertige Fach- und Führungskraft zur Verfügung
Jährlich werden insgesamt 117 Milliarden Stunden unbezahlte Sorgearbeit geleistet.
72 Milliarden unbezahlte Stunden leisten alleine Frauen.
Zum Vergleich: Das gesamte Arbeitsvolumen der deutschen Volkswirtschaft -die Summe aller Erwerbsstunden- beträgt pro Jahr lediglich 61 Milliarden Stunden.
Quellen: Statistisches Bundesamt am 28.03.2024 und Prognos am 28.02.2024
Das berufliche Image der Mütter als qualifizierte Arbeitskraft ist in Deutschland stark geschwächt und das hat langfristige Folgen für sie, bis hin zum Rentenbezug.
53 % der erwerbstätigen Frauen können ihren Lebensunterhalt auf Dauer nicht allein bestreiten.
70 % der erwerbstätigen Mütter können langfristig nicht für sich und ihr Kind sorgen.
Quelle: Frauen im Deutschen Gewerkschaftsbund, Stand Berechnungen September 2024
Frauen sind in vielen Bereichen schlechter gestellt als Männer. In Tabelle 1 werden bestehende Nachteile (Gender Gaps) aufgelistet, die Auswirkungen auf die wirtschaftliche und gesellschaftliche Gleichstellung aufzeigen.
Tab.1: Übersicht bestehender Gender-Gaps und deren Ursachen (Tab. aus dem Strategiepapier)
Tab.1 Quellen:
Statista GmbH am 17.06.2021
Statistisches Bundesamt (Destatis) am 26.04.2024
Statistisches Bundesamt (Destatis) am 07.03.2023
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit am 25.04.2023
Frauen im Deutschen Gewerkschaftsbund, Stand Berechnungen September 2024
Wirtschafts- und sozialwissenschaftliches Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung; August 2023
Bundesregierung am 07.06.2024
Studie der Verivox GmbH
Das ist nicht das Resultat individueller Entscheidungen, sondern die Folge struktureller Rahmenbedingungen, die Frauen in wirtschaftliche Abhängigkeit drängen: Die Entscheidung zwischen familiären Verpflichtungen und beruflicher Karriere ist für Mütter in Deutschland unausweichlich. Der damit verbundene Interessenskonflikt führt bei jungen Menschen zunehmend dazu, sich gegen Kinder zu entscheiden. Die Folgen für die zukünftige Bevölkerungsentwicklung und wirtschaftlichen Stabilität in Deutschland sind alarmierend.
Die Wirtschaftsleistung in Deutschland kollidiert mit der gesellschaftlichen Sorgeverantwortung für Kinder.
Beide fundamentale Säulen drohen zu brechen.
Um Wirtschaftsleistung und Rückgrat der Gesellschaft gleichermaßen zu stärken, braucht private Sorge- und Pflegearbeit eine gerechte Verteilung und Integration in die wirtschaftliche Zukunft. Wirtschaftliche Entwicklung basiert nicht nur auf materiellen Ressourcen und im formalen Bildungswesen aufgebauten Wissen, sondern auch auf Fähigkeiten, die am Lernort Familie aufgebaut werden.
Ziel des Projektvorhabens
Entwickelt wird eine Analyse von Elternkompetenzen auf Basis eines Fragebogens. Mit dieser Analyse sollen die, in der Elternschaft erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen identifiziert und in den beruflichen Kontext übersetzt werden, und anschließend für die Erwerbstätigkeit zertifiziert und somit im beruflichen Umfeld nutzbar gemacht werden.
Ein Zertifikat über Kompetenzen aus Elternschaft trägt dazu bei, Geschlechterstereotypen entgegenzuwirken und Geschlechtergerechtigkeit zu fördern.
Die Analyse soll dazu beitragen, Kompetenzen, die während der Elternschaft aufgebaut wurden als gleichwertig mit anderen beruflichen Qualifikationen anzuerkennen und ein Bewusstsein über die eigenen Fähigkeiten zu fördern.
Abbildung 1 gibt einen Ausblick der positiven Einflussnahme einer Elterlichen Kompetenzanalyse auf das weibliche Geschlecht.
Abb.1: Positive Einflussnahme einer Elterlichen Kompetenzanalyse auf das weibliche Geschlecht (Abb. aus dem Strategiepapier)
Sie möchten mehr über dieses Projekt erfahren oder sich aktiv beteiligen?
Interessierte Institutionen mit thematischem Bezug können bei Franziska Büschelberger von B.IST Analysen, Einsicht in das Strategiepapier und den Literaturbezug erhalten.
Um nachhaltigen gesellschaftlichen Wandel entstehen zu lassen, müssen wir all unsere Erfahrungen, Wissen und Bedarfe der Gesellschaft und Wirtschaft bündeln.
Wissenschaft, Praxis, Verwaltung und Politik sind eingeladen Teil dieses Vorhabens zu werden, um Seite an Seite mitzuwirken.